Lohnt sich ein Premium-Anbieter?
Kostenlose VPN-Apps versprechen Schutz ohne Kosten. Klingt verlockend — aber was steckt wirklich dahinter? Wir haben Gratis-VPNs und Premium-Anbieter verglichen und zeigen dir, wo die Unterschiede liegen und wann sich ein bezahltes VPN lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
Ein kostenloses VPN hat nur einen echten Vorteil: Es kostet nichts. Dafür bezahlst du in der Regel mit deinen Daten, langsamen Geschwindigkeiten und eingeschränkten Funktionen. Premium-VPNs kosten ab 1,75 €/Monat und bieten dafür echten Datenschutz, schnelle Server und zuverlässiges Streaming.
Wie finanzieren sich Gratis-VPNs?
Das ist die entscheidende Frage. Ein VPN-Dienst braucht tausende Server weltweit, technisches Personal und Infrastruktur. Das kostet Geld. Wenn du nichts zahlst, muss das Geld von woanders kommen.
Die häufigsten Methoden sind der Verkauf von Nutzerdaten an Werbefirmen, das Einblenden aufdringlicher Werbung direkt in der App und im schlimmsten Fall das Einschleusen von Tracking-Software oder Malware. Eine Studie zeigte, dass rund 38 Prozent der kostenlosen VPN-Apps für Android Malware oder aggressive Werbesoftware enthalten.
Bezahlte VPN-Anbieter finanzieren sich über die Abogebühren ihrer Kunden. Sie haben dadurch keinen Anreiz, deine Daten zu verkaufen — im Gegenteil, ihr Geschäftsmodell basiert auf dem Vertrauen der Nutzer.
Der direkte Vergleich
Geschwindigkeit
Gratis-VPNs drosseln die Geschwindigkeit bewusst, damit du auf den Premium-Plan upgradest. In unseren Tests aus Wien erreichten kostenlose Anbieter oft nur 10–30 Mbit/s — zu wenig für HD-Streaming oder große Downloads. Premium-VPNs wie NordVPN oder Surfshark halten dagegen 85–95 Prozent deiner Basisgeschwindigkeit.
Sicherheit und Verschlüsselung
Premium-Anbieter nutzen den aktuellen Verschlüsselungsstandard AES-256, haben einen Kill Switch der deine Verbindung schützt wenn das VPN abbricht, und lassen ihre Datenschutzrichtlinien von unabhängigen Firmen wie Deloitte oder KPMG prüfen. Kostenlose VPNs verwenden oft veraltete Verschlüsselung oder — im schlimmsten Fall — verschlüsseln deine Daten gar nicht.
Server und Standorte
Gratis-VPNs bieten meist nur 3–5 Serverstandorte. Du kannst dir nicht aussuchen, mit welchem Land du verbunden wirst. Premium-VPNs haben tausende Server in 70–110 Ländern — inklusive Österreich. Das ist wichtig wenn du ORF oder ServusTV aus dem Ausland schauen willst.
Streaming
Hier wird es für die meisten österreichischen Nutzer relevant: Funktioniert das VPN mit ORF TVthek, ServusTV, Netflix oder DAZN? Die Antwort bei Gratis-VPNs ist fast immer nein. Streaming-Dienste erkennen und blockieren die wenigen IP-Adressen kostenloser Anbieter. Premium-VPNs investieren laufend in neue Server und IP-Adressen um die Sperren zu umgehen.
Datenlimits
Viele kostenlose VPNs beschränken dein monatliches Datenvolumen auf 500 MB bis 10 GB. Zum Vergleich: Eine Stunde Netflix in HD verbraucht etwa 3 GB. Mit einem Gratis-VPN ist also nach 2–3 Stunden Streaming Schluss. Premium-VPNs haben keine Datenlimits.
Geräte
Kostenlose Pläne erlauben meist nur 1 Gerät gleichzeitig. Premium-Anbieter schützen 5–10 Geräte gleichzeitig, Surfshark sogar unbegrenzt viele.
Die eine Ausnahme: ProtonVPN Free
Es gibt einen kostenlosen VPN-Dienst den wir tatsächlich empfehlen können: ProtonVPN Free. Der Anbieter aus der Schweiz bietet als einziger kostenloses VPN ohne Datenlimit, ohne Werbung und ohne Datenverkauf. Die Einschränkungen sind fair: langsamere Geschwindigkeiten und Server in nur 3 Ländern. Für gelegentliches sicheres Surfen reicht das völlig.
Für Streaming, Gaming oder tägliche Nutzung stößt aber auch ProtonVPN Free an seine Grenzen. Wer mehr braucht, fährt mit einem günstigen Premium-Abo besser.
Was kostet ein Premium-VPN wirklich?
Weniger als du denkst. Bei einem 2-Jahres-Abo zahlst du:
- CyberGhost: ab 1,75 €/Monat
- Surfshark: ab 1,99 €/Monat
- NordVPN: ab 3,39 €/Monat
- ProtonVPN Plus: ab 4,49 €/Monat
- ExpressVPN: ab 4,99 €/Monat
Das sind 1,75 bis 5 Euro pro Monat — weniger als ein Kaffee beim Bäcker. Und alle bieten eine 30-Tage Geld-zurück-Garantie (CyberGhost sogar 45 Tage), also kannst du sie risikofrei testen.
Für wen reicht ein Gratis-VPN?
Ein kostenloses VPN (konkret: ProtonVPN Free) reicht wenn du nur gelegentlich in öffentlichen WLANs surfen willst, kein Streaming brauchst, nur ein Gerät schützen willst und mit langsameren Geschwindigkeiten leben kannst.
Für wen lohnt sich Premium?
Ein bezahltes VPN lohnt sich wenn du ORF oder ServusTV im Urlaub schauen willst, Netflix, Disney+ oder DAZN nutzt, mehrere Geräte gleichzeitig schützen willst, schnelle Verbindungen für Downloads oder Gaming brauchst oder dir echte Datensicherheit und eine geprüfte No-Logs-Policy wichtig sind.
Unser Fazit
Gratis-VPNs sind in den meisten Fällen keine echte Alternative. Entweder du bezahlst mit deinen Daten oder du bekommst einen Dienst der so eingeschränkt ist, dass er kaum nutzbar ist. Die einzige empfehlenswerte Ausnahme ist ProtonVPN Free für gelegentliche Nutzung.
Für alle anderen lohnt sich ein Premium-VPN ab 1,75 €/Monat — das ist weniger als ein einzelner Kaffee und schützt alle deine Geräte, entsperrt Streaming-Dienste und hält deine Daten privat. In unserem VPN-Vergleich findest du den besten Anbieter für dich.
Alle Preise und Angaben Stand Mai 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.